Senecas Briefe an Lucilius (24. Januar 2015)

Der kulturwissenschaftliche Thementag "Senecas Briefe an Lucilius" widmete sich dem römischen Philosophen und Nero-Erzieher Seneca. In der berühmten Briefsammlung, den Epistulae morales, geleitet dieser seinen Schüler Lucilius und auch uns auf eine literarische Reise zur philosophisch-ethischen Selbsterkenntnis und Selbstverbesserung.

Im Zentrum des Thementages standen neben den wichtigsten Lehrsätzen des Werkes vor allem Senecas Behandlung der Themen Alter, Zeitmanagement, alternative Lebenskonzepte, Bewegung im öffentlichen Raum und Nutzung von Medien und Technologien. Zudem wurde immer auch nach der fachdidaktischen Anwendung der behandelten Themen und der Anknüpfungsfähigkeit an aktuelle kulturwissenschaftliche Debatten und gesellschaftlich relevante Entwicklungen gefragt.

Der Thementag wurde gestaltet vom lateinischen Hauptseminar Seneca, Epistulae morales (WS 2014/15) unter Leitung von Univ.-Prof. Dr. Christine Walde und Mitarbeit von Christian Stoffel. Er richtete sich nicht nur an Studierende und Schüler, sondern stand allen an der römischen Antike Interessierten offen, die an diesem Tag einen Einblick in die Arbeitsweise der Altertumswissenschaften gewinnen und sich in einen mittels kulturwissenschaftlicher Fragestellungen erschlossenen Raum jenseits weißer Togen und marmorner Ästhetik vorwagen konnten.

Ein detailliertes Programm des Thementages finden Sie hier.

 

Pretium Petronianum tertium

Traditionell wurde am Thementag auch das Pretium Petronianum vergeben, ein von der Mainzer Klassischen Philologie vergebener Preis für das Verfassen herausragender lateinischer Texte. In diesem dritten Jahr war die Aufgabenstellung die Abfassung mit einem Mindestumfang von 20 Teubner-Zeilen eines

  • Antwortschreibens von Helvia an ihren Sohn Seneca auf die an sie gerichtete Consolatio
  • oder eines Schreibens von Helvia an eine dritte Person über die Consolatio
  • oder eines Antwortbriefes des Lucilius auf einen Seneca-Brief eigener Wahl

Die Texte der Gewinner sind hier einsehbar:

1. Platz: Clara Brügner
2. Platz: Marie-Luise Reinhard
3. Platz: Kristin Breitsch
3. Platz: Adrian Weiß